endlich wieder freie tage.
der himmel wolkenlos, kein wind.
die wilde jagd der percht ist vorbei, der sturm hat sich gelegt.
ruhe ist eingekehrt.
die ruhe NACH dem sturm!
der ausblick aus meinem fenster: wohltuend.
ich öffne die tür zu meiner küche und sehe schönes.
endlich beginnt die zeit des einräumens, umräumens, aufräumes.
der raum wirkt grösser und ist heller.
die vorhänge sind gewaschen, die geräte neu.
handgebürstete bodenfliesen glänzen.
die schlechte laune des freundes, der nicht gerne heimwerken spielt, vergessen.
in meinem innern nicht nur müdigkeit, auch zufriedenheit.
die feiertage schön gestaltet, klienten und angehörige beruhigt.
da hat es sehr geholfen von meiner eigenen unfähigkeit zu erzählen, als ich vor einigen jahren nicht in der lage war, meine alte mutter zu betreuen, sondern hilfe suchte, fand, und dann auch nutzte.
es braucht manchmal emotionale distanz.
ich lese die nachrichten, mach mir ein bild von der lage der welt, bekämpfe erfolgreich ängste und sorgen, schüttle nur den kopf.
halte das auf und ab aus, bin wach und meine offenen augen sehen.
wie sagte ingeborg bachmann? "die wahrheit ist dem menschen zumutbar."
augen auf und durch!
dieses interessante, anstrengende jahr geht zu ende.
ein neues wartet schon begrüsst zu werden.
das holz für meine feuertonne im hof ist gerichtet, morgen wird sekt eingekühlt und lachs und kren und oliven gekauft.
die hunde bekommen zuwendung und die flexi-leinen, ein langer waldspaziergang steht am programm.
der duft von frischem kaffee entzückt mich, also wird jetzt gefrühstückt.
mahlzeit!
datja - 28. Dez, 10:13
bis silvester ist mit keiner zeile von mir zu rechnen.
mag nicht einmal dagegen sein.
egal.
datja - 21. Dez, 23:12
müde.
guter dinge.
lachend mit depressiven klienten auf wiener weihnachtsmärkten beerenpunsch getrunken.
(ich finde den im resslpark vor der karlskirche den schönsten, gefolgt von dem vorm schloss schönbrunn)
gemütlich und singend auf der brünnerstrasse bei einem unfall mit 2 toten im stau gesteckt.
blasphemische gedanken beim stillen gebet im stephansdom.
der herablassenden verkäuferin ein gesegnetes fest gewunschen und topfenstrudel weitergereicht.
den jungen mann am waffelstand angestrahlt, weil er feuchte servietten reichte.
im krankenhaus alles nötige veranlasst, damit der gefundene vermisste klient wieder gut heimkommt.
mit dem gott in weiss gescherzt, obwohl dieser anderes verdient hätte.
mit der chefin im nachtdienst kaffee getrunken, ohne worte, einfach so.
den freund wieder einmal müde angelächelt, weil die hunde entspannt auf mich warteten.
weihnachten ist scheisse.
datja - 20. Dez, 23:57
seit 78 tagen ist sie in meinem besitz.
sie machte mir bisher nur freude, weil sie geschmeidig ist und kraftvoll, schön anzusehen, dabei genügsam und stark.
ihre augen leuchten, die schnauze nicht zu gross und nicht zu klein.
nicht jeder findet sie schön, für mich aber ist sie perfekt.
meine hunde lieben sie geradezu, wedelnd wird sie begrüsst, der kleine basilisk stimmt gar ein freudengeheul an wenn er sie hört.
dabei ist sie sehr leise.
aber hunde haben ja unglaublich gute ohren, es ist kein wunder dass er sie hört. schon nach 2 tagen wussten meine süssen: die mamba kommt, wie schön!
dauernd will ich mit ihr zusammensein. mühsam unterdrücke ich die vorhandenen tendenzen, meinen freundinnen und freunden bei jedem treffen von ihr zu erzählen. es ist so lästig fotos anschauen zu müssen und interesse zu heucheln...
daihatsu materia 1,5
in mambagrün.
datja - 17. Dez, 17:22
luisa francia erstellte das horosko für 2009 !!!
www.salamandra.de
und dann auf tagebuch klicken.
good luck
datja - 17. Dez, 00:04
eine junge dame von 16 jahren hat mich als "coole oma" adoptiert.
gerne liess ich es geschehen, ihr wesen und ihre interessen sind ganz in meinem sinne. dazu ist sie zu meiner freude ein wenig sperrig, reichlich eigensinnig, phantasievoll, klug.
also werde ich ende jänner in meiner neuen eigenschaft einen schulball besuchen. die einladung verblüffte mich reichlich.
vorher muss ich sie aber noch fragen obs genehm ist zu lachen. :)
das tu ich ja ungehemmt und laut, es geziemt sich vielleicht nicht, und peinlich will ich bei meinem ersten öffentlichen auftritt als wahl-oma auf keinen fall sein.
ja und was ziehe ich an?
ich hab ja nix zum anziehen...
;)
mein wohnzimmer wird wieder heller: der küchenumbau macht fortschritte in die richtige richtung, kasteln kommen dorthin wo sie bleiben dürfen, bald wasche ich das geschirr nicht mehr im handwaschbecken ab - sondern schlichte es in den spüler ein.
ich tanze vor freude, juble, strahle.
seit ich die sparlampen wieder gegen altmodische glühbirnen ausgetauscht habe sehe ich auch wieder klar. vor allem beim lesen im bett.
ich dachte schon, die neue brille hält nicht was sie verspricht.
stirnrunzelnd betrachtete ich das neue teure ding voller argwohn.
doch nein, sie ist ok.
einzig das licht war es nicht!
55 wochen-arbeitsstunden sind eindeutig zuviel.
da hört sich der spass auf.
auch wenns spass macht.
im neuen jahr sinds offiziell nur mehr 30 stunden, mehr als 40 sollten es dann in der praxis auch nicht werden.
ich arbeite daran nicht zuviel zu arbeiten.
autofahren beinhaltet ein nicht zu unterschätzendes risiko.
vor allem in der angeblich stillsten zeit im jahr. täglich gerade ich in situationen, wo adrenalin im übermass ausgeschüttet wird.
da ich öffentliche verkehrsmittel nicht benützen kann (da hier nicht ausreichend vorhanden), und mir das radfahren zu zeitraubend und anstrengend ist (täglich 85 - 105 km), bleibt nur das auto, wachsamkeit und glück.
gestern hatte ich wieder einmal reichlich davon.
dass dem jungen paar, das mit überhöhter geschwindigkeit mit ihrem wagen aus der kurve flog, nichts, aber wirklich gar nichts passierte, grenzt an ein wunder.
um haaresbreite wäre ich in diesen unfall verwickelt worden. unglaublich wie stark beine schlottern können.
weihnachten negiere ich.
advent ist gefährlich.
nicht fernzusehen tut gut.
gelbe wandfarbe mit reichlich orange und wenig rot ist schön.
glenn gould spielt die goldberg-variations so unglaublich schön.
sekt ist gut für den kreislauf.
im mai gibts urlaub.
datja - 15. Dez, 13:39
neulich sorgte das drachenfräulein für heiterkeit:
um die mittagszeit besuchten wir den herrn im heim, der meine hündin so mag.
es gab fleischknödel, die sie sehr schätzt.
die tatsache, dass sich diese in einem teller am tisch befanden, störte sie nicht im mindesten. noch bevor ich einschreiten konnte, waren sie gierig verschlungen. danach rülpse sie laut und schaute sehr zufrieden.
fast alle anwesenden lachten. fast alle.
ich auch, was mir böse blicke derer einhandelte, die nicht lachten.
beim weggehen trafen wir noch eine in ausbildung befindliche therapie-hündin, die glaubt etwas besseres zu sein, nur weil das drachenfräulein eine autodidaktin ist. sie muss ihr was unschönes ins ohr gesagt haben, jedenfalls kam es fast zu einem raufhandel.
im park erbrach das fräulein die knödel. sehr lautstark, sehr auffällig.
fast alle anwesendenden lachten----siehe oben.
ich bin dann schnell weggefahren.
lachend.
datja - 10. Dez, 10:16
willst du etwas haben was du noch nie hattest
musst du etwas tun was du noch nie machtest.
bisher versuchte ich, erschöpfung und frust durch ruhe und viel schlaf zu vermindern.
das ergebnis war mager und keinesfalls zufriedenstellend.
irgendwie - schwach.
so bin ich zum bahnhof der bezirkshauptstadt gefahren, dort in den schnellug gestiegen, war 20 minuten später in der grossen grossen stadt und liess mich zuerst im herrlichen buchgeschäft und dann durch die innenstadt treiben.
schaute, speiste, staunte.
spendete reichlich und erfreute damit die hervorragenden strassenkünstler, traf eine freundin, ging in eine skurille confiserie, schmunzelte im kino, schlenderte entspannt.
kam spätnachts wieder in das ruhige dorf, lobte die hunde, streifte noch durch den stockdunklen wald mit den braven, um am nächsten tag mit verschlafenen augen viel zu arbeiten.
und das ergebnis? man glaubt es kaum: erste qualität.
ich sagte es schon öfters, probierte es auch aus, bestätige es erneut:
manchmal ist weniger mehr.
datja
datja - 6. Dez, 09:09
kennen sie das?
man braucht sie und schwuppdiwupp
bekommt man sie.
die richtigen worte an die richtige adresse richten - und, hast du`s nicht gesehen - schon ist sie da.
die hilfe.
manchmal sogar ohne worte, einfach so.
die falschen worte an die falsche adresse schicken - nichts. ausser (bestenfalls) wischiwaschi-antworten.
dann je nach befindlichkeit: enttäuschung, wut, kränkung, ohnmachtsgefühle.
wann lernen wir endlich zu erkennen wer richtig ist und welche worte die richtigen sind? wer gerade nicht passend ist oder nie passend sein wird oder nicht passend sein kann oder einfach völlig unpassend ist, sowieso und eh immer.
welche formulierung angebracht ist, welche nicht?
können wir nicht oder wollen wir nicht oder sind wir zu unkonzentriert oder was isses sonst?
vielleicht ist mehr augenmerk darauf zu legen, wer wann wofür passend ist.
dann passt es sicher.
datja - 3. Dez, 21:46
es erschüttert mich vieles.
zb die feigheit.
die treibt ihr unwesen. breitet sich aus. füllt nischen, zwischenräume.
findet raum. auch bei mir.
weg, verpsiss dich, der mut ist eingeladen !!!
komm, mach dich breit.
kannst auch leise sein, aber schau dich um und sei dagegen.
datja - 3. Dez, 00:58
Basilisk nebst Drachenfräulein
datja - 26. Nov, 15:35
manchmal muss das drachenfräulein hart arbeiten.
so auch heute: der depressive klient, der nimmer weiss wo wann und warum er ist (obwohl noch nicht mal 50), mag missis jones, und sie ihn.
deshalb hund ins auto gestopft und ab die post.
wie immer bei dienstlichen einsätzen beweist sie ihre sensibilität und benimmt sich zurückhaltend, legt anmutig ihren kopf auf diverse knie, bettelt zurückhaltend, sabbert nicht, tänzeld bezaubernd, wedelt, volles programm.
beim verlassen des heimes sieht sie eine katze im park. die flexi-leine rauscht durch meine hand, ein bündel energie voller muskeln überschlägt sich, blut rinnt mir runter.
selbst schuld: VORHER in den wald gehen und energie wieder nicht zur stromerzeugung nutzen, das ist angesagt!
leben ist lernen.
datja
datja - 26. Nov, 10:37
die elite-uni steht im grossen park, die alten bäumen sind beeindruckend, die architektur bezaubernd.
bis vor einigen monaten war das areal von ver-rückten bevölkert, die dort wohnten, lebten, malten.
der putz bröckelte hier und dort, die mauern erzählten so manche geschichten, veraltete technik machte zwar immer wieder kummer,konnte aber bedient werden. eine jede und ein jeder kannte sich aus und war dort daheim.
es wurde ihnen weggenommen.
umgewidmet. verändert.
bitte mich nicht falsch zu verstehen: bildung ist wichtig, studieren erstrebenswert, eliten sollen lernen und lehren.
aber das neue haus für die ehemaligen bewohner, das schon jetzt mehr als ausgelastet ist - viel zu klein, viel zu neu, viel zu - sauber. ja, ZU SAUBER. steril geradezu.
die unsichere klientin, die ich für 12 wochen therapie hinführte stand verloren in der eingangshalle und zitterte.
aus der gewohnten umgebung des behinderten-wohnhauses herausgenommen war sie auf einmal soviel kleiner , soviel schwächer.
da half auch das stofftier nichts, das sie an ihre brust drückte.
ich liess mir ihr zimmer zeigen und half beim einräumen der persönlichen dinge. es fröstelte mich. kalt war es nicht, die heizung perfekt, die fenster gross, wenn auch nicht zu öffnen, die farben beruhigend. das bett frisch, der sessel bequem.
aber alles so sauber. leicht zu reinigen heisst das wohl. da traut sich kein keimchen rein, da flüchtet jedes staubkorn.
alle türen gleich. ich wollte einen zettel aussen anbringen, mit ihrem namen, das durfte ich nicht. (längst habe ich in meinem rucksack allerlei wichtiges bei mir, so wie gute mütter mit kleinkindern bin ich unterwegs, es spart zeit und nerven !)
jeweils 4 zimmer haben ein WC und ein bad. unnötig zu erwähnen wie sauber alles ist. aber auch diese türen sehen gleich aus. keine schilder dran, selbst lesen können hilft da nichts. und nicht alle können lesen, es gibt mehr erwachsene ohne diese fähigkeit als man glaubt.
ich fand einen kratzer an der WC-tür und einen beim badezimmer. das habe ich der klientin gezeigt. damit nicht auch noch "inkontinent" in ihrem akt steht.
"irrt durch die gänge", "liegt in fremden betten", "öffnet fremde kästen", "hat gestohlene kleidung an" reicht doch wohl.
bedarfsmedikation ist in solchen fällen bestimmt zu rechtfertigen.
ich bin wütend und traurig.
warum müssen alle und alles gleich sein, klinisch sauber, pflegeleicht, ruhig?
es ist schlimm.
daheim betrachtete ich die spuren der verwüstung, die meine hunde in meiner abwesenheit anlegten, eine packung papierservietten gibt ganz schön was her.
und hoffe, nie in die situation zu kommen in der die klientin jetzt ist.
es wird ziemlich anstrengend sein, sie nach ihrer rückkehr wieder zu entspannen.
datja
datja - 26. Nov, 08:58
heute bin ich wieder erholt.
es geht noch immer so schnell: erschöpfung verschwindet mit 12 stunden schlaf. gut zu wissen!
mit der chefin jänner-urlaubstage besprochen. damit es im neuen jahr mit altem schwung weitergehen kann.
schuhe geputzt, bett überzogen, geschirr gewaschen.
fleissiges lieschen gespielt.
jetzt endlich um die winterreifen kümmern, und weiter geht die wilde jagd.
alle klienten gut im griff, die hunde brav, visionen vorhanden, zuversicht reichlich.
geht doch!
advent, advent, die datja rennt.
datja - 25. Nov, 09:43
gestern endlich das projekt "adventzauber installieren" abgeschlossen.
das grosse firmenhaus fertig dekoriert.
es leuchtet, glitzert, dufted.
augen strahlen.
alle lamperln brennen.
meine füsse auch.
am sonntag eine 55-stunden-arbeitswoche erschöpft beendet.
mit den hunden im ersten schnee getollt, die frische luft genossen, den freund müde angelächelt, ins bett gefallen.
einen entschluss gefasst und bekanntgegeben:
heuer gibt es privat null advent, doppelnull weihnachten.
(ohnehin dienst vom 24. - 27.12.)
sylvester wird auswärts verbracht.
gekocht wird nichts von mir, gegessen aber schon.
sekt lasse ich mir reichen.
genug ist manchmal genug.
ich brauche keine geschenke, ich schenke auch nichts.
weniger ist mehr !
bei ermüdungserscheinungen zur nachahmung empfohlen.
vielleicht ist der jänner die stillste zeit im jahr?
datja - 24. Nov, 10:40
hannes wader
deutscher liedermacher
heute hier, morgen dort
heute hier, morgen dort,
bin kaum da, muss ich fort,
hab mich niemals deswegen beklagt,
hab es selbst so gewählt, nie die jahre gezählt,
nie nach gestern und morgen gefragt.
manchmal träume ich schwer,
und dann denk ich es wär
zeit zu bleiben und nun
was ganz andres zu tun.
so vergeht jahr um jahr,
und es ist mir längst klar,
dass nichts bleibt, dass nichts bleibt,
wie es war.
dass man mich kaum vermisst,
schon nach tagen vergisst,
wenn ich längst wieder anderswo bin,
stört und kümmert mich nicht,
vielleicht bleibt mein gesicht
doch dem ein oder andern im sinn.
refrain:
manchmal träume ich schwer
....
fragt mich einer, warum
ich so bin, bleib ich stumm,
denn die antwort darauf
fällt mir schwer.
denn was neu ist, wird alt,
und was gestern noch galt,
stimmt schon heut oder morgen nicht mehr.
refrain:
manchmal träume ich schwer
....
datja - 19. Nov, 16:09